Es ist besser als Gold, und nicht nur weil es noch schöner glänzt als das Edelmetall. Nicht nur, weil es besser schmeckt und duftet, sondern weil es sich als die lukrativere Form des Investments erwiesen hat: Whisky. Seit dem Jahr 2009 hat sich der Preis bester Tropfen mehr als verdoppelt. Damit schlägt das edle Destillat praktisch jede andere Geldanlage um Längen.
Ähnlich gut als Investment schnitten lediglich Spitzenweine ab, die nach einem Durchhänger 2008 ebenfalls wieder einen fulminanten Höhenflug erleben. Internationale Aktien verteuerten sich in den vergangenen anderthalb Jahren um weniger als fünf Prozent, deutsche Obligationen erbrachten zehn Prozent Rendite und selbst Gold konnte "nur" rund 60 Prozent zulegen - und das obwohl die schwerste Finanz- und Schuldenkrise seit den Siebzigerjahren in den westlichen Volkswirtschaften die Nachfrage nach dem Edelmetall geradezu explodieren ließ. Wein und Whiskys sind schon längst keine reinen Genussmittel und Statussymbole mehr. Vielmehr rangieren sie für Eingeweihte unter den Sachwerten. In Zeiten der Geld-Angst, in der immer mehr Menschen das Vertrauen in Euro und Dollar verlieren, gewinnen sie zusätzlich an Reiz.
Händler sehen eine sich intensivierende Nachfrage nach edlen Tropfen als Investitionsgut. "Es kommen Leute in meinen Laden und fragen, was sie kaufen sollen, um ihre Rente abzusichern", sagt Uwe Wagmüller von Finest Whisky in Berlin. "Wer richtig in Whisky investiert, kann einen regelrechten Rendite-Rausch erleben."
Wein ist als Form der Geldanlage bereits etabliert. "Bordeaux und Burgund bilden seit Jahren und Jahrzehnten eine eigene Investmentklasse", sagt Valentin Brodbecker, auf Sachwerte spezialisierter Vermögensberater in Mainz. Spitzenreben aus diesen französischen Regionen können in einer großen Zahl von Jahren auf 100 Parker-Punkte verweisen. Diese Höchstnote vergibt der amerikanische Wein-Papst Robert Parker äußerst selten. Wenn der welteinflussreichste Kritiker diese Traumnote vergibt, ist eine fantastische Preisentwicklung nahezu garantiert.


