
4 anonymous users and 0 registered users online.
You are an unregistered user or have not logged in.
Ein Blogger veröffentlicht bis dato geheime Bilder eines Smartphone-Prototypen. Dessen namhafter Hersteller mag das gar nicht und schickt die Polizei zu ihm vorbei. Die Geschichte klingt verdächtig nach dem Trubel um den Prototypen des iPhone 4, der in einem Bierlokal liegengelassen worden war und dessen Enthüllung für Blogger von Gizmodo mehrere Polizeiaktionen zur Folge hatte. Der aktuelle Fall dreht sich aber nicht um Apple, sondern Nokia und dessen Symbian-Smartphone N8, wie All Things Digital berichtet.
Der Blog Mobile Review hatte einen nicht gerade positiven Bericht über das Gerät abgeliefert. Nokia hatte darauf scharf reagiert und erklärt, bei dem von Mobile Review gezeigten Gerät habe es sich lediglich um einen Prototypen gehandelt. "Wir werden die Quelle dieses Lecks unbeirrt jagen", hatten die Finnen damals verkündet. Jetzt schreiben sie in einem Blogeintrag, dass Mobile Review das Gerät trotz mehrmaliger Aufforderungen nicht zurückgegeben hätte. Daher habe man die russischen Behörden eingeschaltet. Diese sollen jetzt über die angebrachte Vorgehensweise selbst entscheiden.
Das Unternehmen betont in seiner Erklärung, dass man lediglich sein Eigentum zurückhaben möchte. Dass die schlechte Bewertung des Geräts etwas mit der neuen Entwicklung zu tun haben könnte, bestreitet Nokia. Man wolle lediglich sein geistiges Eigentum und seine Firmengeheimnisse beschützen. Der beschuldigte Blogger Eldar Murtazin behauptet wiederum, er habe selbst seit Monaten versucht, Nokia zu kontaktieren. Das Unternehmen habe aber nicht reagiert. In seinem privaten Eintrag zu dem Fall um den N8-Prototypen bedankt er sich, dass das Unternehmen zumindest keine Schlägertrupps vorbeigeschickt hat und im Rahmen der Gesetze agiert. Er werde dementsprechend auch seine Rechtsmittel ausreizen.
Beim Nokia N8 handelt es sich um das erste Modell des Herstellers mit dem neuen Handy-Betriebssystem Symbian^3. Es verfügt über einen großflächigen Touchscreen mit 3,5 Zoll Bilddiagonale und eine Kamera mit einer Auflösung von 12 Megapixel. Per HDMI lassen sich Bilder und Videos etwa auf einem Fernseher darstellen. Das Gehäuse ist in mehreren Farben erhältlich. Ob das N8 ein Erfolg wird, hängt auch stark vom Symbian-System ab. Bisher galt es als nicht sonderlich für Touchscreen-Geräte geeignet. Die neue Version soll hier alte Fehler ausmerzen. Dennoch wird der Hersteller in Zukunft mehr auf das in Kooperation mit Intel entwickelte Linux-Derivat MeeGo setzen.
Quelle: http://diepresse.com/home/techscience/mobil/579696/index.do?_vl_backlink=/home/index.do