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Ireland

Ireland: Seeadler in Irland verendet.

Posted by Belfast-Tessy on May 21, 2010 - 11:26 AM

Ireland



Der Seeadler ist mit seinen fast 2,4 Metern Spannweite einer der grössten Raubvögel der Erde. Im Laufes des vergangenen Jahrhunderts war der stolze Greif in den meisten europäischen Ländern durch Jagd und Fallenstellerei ausgerottet oder zumindest in seinem Bestand stark bedroht. Umweltgifte wie Dioxine und PCB taten ein Übriges. Dank intensiven Schutzmassnahmen aber kreist der mächtige Greifvogel wieder in grossen Zahlen über vielen maritimen Gewässern Europas, besonders in Skandinavien.

Umstrittene Giftpraxis

Allein Norwegen beherbergt mit 3200 bis 3400 Brutpaaren mehr als die Hälfte aller europäischen Seeadler. Deswegen ist Norwegen auch in der Lage, künstlich erbrütete und aufgezogene Jungadler an andere europäische Staaten zur Auswilderung abzugeben. So landeten denn auch auf Bitten Irlands, wo die Seeadler vollständig ausgerottet waren, 2007 die ersten Jungadler auf dem Flugplatz von Kerry. In den letzten drei Jahren wurden jeweils alljährlich 15 Jungvögel auf die Grüne Insel gesandt, wo sie im Killarney-Nationalpark ausgewildert wurden.

Inzwischen wurde dieses Seeadlerprojekt aber zu einem diplomatischen Problem: 14 Seeadler sind verendet aufgefunden worden, mindestens 7 von ihnen wurden nach Angaben der Internetausgabe der Osloer Tageszeitung «Aftenposten» vom 12. Mai vergiftet. Allein in den letzten vier Wochen starben 3 Adler. «Wir sind sehr besorgt über die Situation», erklärte der norwegische Botschafter Øyvind Nordsletten in Irland dem «Belfast Telegraph». «Wir hoffen, dass alles getan wird, diese Praxis für ungesetzlich zu erklären.» Tatsächlich ist der Gebrauch von Gift in der Natur in Irland – ausser bei Vögeln – legal. So dürfen beispielsweise vergiftete Köder ausgelegt werden, um Füchse zu fangen. Und so geraten trotz dem bestehenden Verbot, mit Gift Vögel zu fangen, auch die Seeadler in Gefahr.

Adler von Bauern wenig geliebt

Auch die Leiter des irischen Seeadlerprojektes verurteilen die Situation und wünschen sich ein strengeres Gesetz über den Gebrauch von Giften in der Natur. Im Visier der Adlerschützer stehen in erster Linie Schafzüchter, die um ihre Lämmer fürchten – obwohl, wie schon der Name sagt, der Seeadler sich fast ausschliesslich von Meeresgetier ernährt. Als vor drei Jahren die ersten Jungvögel in Irland ankamen, waren denn auch nicht nur Naturliebhaber zu ihrer Begrüssung erschienen: Über 100 wütende Bauern protestierten heftig gegen die geplante Einbürgerung der Seeadler, die in zahlreichen Staaten sogar zum Wappentier erhoben worden sind.